Ich feiere den Klang verschiedener Modi. Und ich möchte dass auch Du sie feiern wirst. Diese Website ist so aufgebaut, dass Du entweder nur die Anwendung lernst (den 4 „Heros" / Direkt-Links folgen) oder auch den Hintergrund lernst (dafür musst Du die Seite lesen). Ich verspreche Dir, dass Du dann verstehst, wie Du Modi für die Improvisation nutzen kannst, und besser noch: Du wirst sie für Deinen speziellen Sound und fürs Komponieren verwenden können. Fühle die Macht der kleinen Sekunde (Intervall) und sie wird mit Dir sein um Deinen eigenen Sound zu finden.
In Vorbereitung: Modus-Eskalation mit viel lustigeren Modi als den 7 Kirchtonmodi.
Aus denselben sieben Tönen einer Durtonleiter entstehen sieben Modi — je nachdem, welcher Ton das Zentrum wird. In C-Dur: C → Ionisch, D → Dorisch, E → Phrygisch und so weiter bis B → Lokrisch.
Musiker erklären das in zwei Schritten: zuerst als Stufen einer Durtonleiter (welche Stufe wird zum Startton?), dann als dieselben Töne, neu gelesen ab diesem Startton. Aus dieser Doppel-Sicht entsteht der charakteristische Klang jedes Modus.
Die sieben Modi in Intervallformeln:
Ionisch: 1 2 3 4 5 6 7 · Dorisch: 1 2 ♭3 4 5 6 ♭7 · Phrygisch: 1 ♭2 ♭3 4 5 ♭6 ♭7 · Lydisch: 1 2 3 ♯4 5 6 7 · Mixolydisch: 1 2 3 4 5 6 ♭7 · Äolisch: 1 2 ♭3 4 5 ♭6 ♭7 · Lokrisch: 1 ♭2 ♭3 4 ♭5 ♭6 ♭7
Die Erklärung, die Ihr vermutlich immer bekommt — „dieselben Töne ab einer anderen Stufe" — ist absolut richtig, erklärt aber nicht, warum sich der Klang so deutlich verändert. Es klingt, als wäre der Startpunkt der Unterschied. Ist er nicht.
Der eigentliche Mechanismus: Dur / Ionisch hat ein festes Muster aus Ganz- und Halbtönen — Halbton zwischen 3-4 und 7-8, sonst Ganztöne. Genau dieses Muster gibt Dur seinen Klang: kleine Sekunde erzeugt mehr Reibung als große Sekunde. Bei einem anderen Modus wandern die Halbtonschritte an andere Positionen — und das verändert die Klangfarbe, das Gefühl im Bauch. Unsere Hörgewohnheit erwartet immer die Ionischen Intervalle zum Grundton, bekommt aber plötzlich ein bis vier Töne um eine kleine Sekunde verschoben. Der neue Anfangston ist nur die Konsequenz derselben Verschiebung, vom Ende her betrachtet.
Darum hier ein zweiteilig animierter Zugang: die Animationen zeigen die Halbton-Wanderung Schritt für Schritt — du siehst direkt, wie sich die Skala anpasst und woher die neue Klangfarbe kommt.
Zieh den Slider von links nach rechts: In der ersten Hälfte wird der Modus auf der Ziel-Stufe der Dur-Tonleiter gesucht. In der zweiten Hälfte wandert die Halbton-Struktur dorthin zurück, wo dein gewählter Grundton sitzt.
Welche Reihenfolge von Halbton- und Ganztonschritten haben die sieben Intervalle einer Tonleiter? Diese Struktur gibt uns das charakteristische Gefühl einer Kirchentonleiter. Oder einfacher: Wo liegen die Halbtonschritte? Genau ihre Position und die daraus folgenden Verschiebungen erzeugen die typischen modalen Farben.
Bis hierher ging es um Modi als Konzept — Stufen einer Durtonleiter, Halbton-Struktur, übertragbar auf jeden Grundton. Was fehlt: der Sprung von „Skala verstehen" zu „Modus hörbar machen". Denn eine Modus-Skala alleine klingt meistens noch nicht nach Modus.
Drei Dinge trennen die Skala vom hörbaren Modus: der Charakter-Ton, die passende Akkordfolge und die Einsicht, dass eine Durtonleiter zugleich alle sieben Modi enthält. Die drei folgenden Abschnitte gehen das nacheinander durch.
Jeder Modus hat einen Ton, der ihn hörbar macht — den Charakter-Ton. Spielst du ihn aus, bekommst du sofort die Farbe; lässt du ihn weg, klingt dein Modus wieder wie Dur oder Moll mit ein paar Fremdtönen.
Verglichen wird mit Dur (für Ionisch, Lydisch, Mixolydisch) oder natürlichem Moll (für Dorisch, Phrygisch, Äolisch, Lokrisch). Ionisch und Äolisch sind die Referenz und haben keinen eigenen Charakter-Ton.
| Modus | Charakter-Ton | Klangliche Wirkung |
|---|---|---|
| Ionisch | — (Referenz-Dur) | der erwartbare, stabile Dur-Klang |
| Dorisch | große 6 (wo man bei Moll eine kleine 6 erwartet) | Moll mit hellem, fast schwebendem Oberteil |
| Phrygisch | kleine 2 (Halbton direkt über dem Grundton) | spanisch, unmittelbar dunkel, drängend |
| Lydisch | übermäßige 4 | schwebend, luftig, leicht traumartig |
| Mixolydisch | kleine 7 (wo bei Dur die große 7 erwartet wird) | bluesig, dominant, offen |
| Äolisch | — (natürliches Moll, Referenz-Moll) | das klassische, ruhig-melancholische Moll |
| Lokrisch | verminderte 5 und kleine 2 | instabil, zerrissen, dauerhaft spannungsgeladen |
Übung: Spiele die Skala rauf und runter, dann halte den Charakter-Ton aus — gegen einen Grundton. Drei Wiederholungen, und dein Ohr greift sich genau diesen Ton als „das Besondere". Damit hörst du den Modus, nicht nur die Skala.
Ein Modus über einem einzelnen Akkord klingt meistens nicht modal. C-Lydisch über C-Dur? Das F♯ rutscht vorbei, und es klingt wie C-Dur mit einem schrägen Ton. Nichts Modales.
Der Grund: Ein einzelner Dur-Akkord zieht das Ohr in die Dur-Wahrnehmung — der Modus-Charakter setzt sich nicht fest. Hörbar wird ein Modus erst durch eine Akkordfolge, die seinen Charakter-Ton harmonisch beglaubigt. Sobald der zweite Akkord den abweichenden Ton enthält, weiß das Ohr: Hier passiert etwas anderes.
| Modus | Typische Folge | Warum sie den Modus hörbar macht |
|---|---|---|
| Dorisch | i – IV | Der Dur-Akkord auf der 4. Stufe greift die charakteristische große 6 auf — der Ton, der Dorisch vom normalen Moll trennt. |
| Phrygisch | i – ♭II | Der Dur-Akkord auf der kleinen 2 legt den Halbton direkt neben den Grundton — sofort spanisch-modal. |
| Lydisch | I – II | Der Dur-Akkord auf der 2. Stufe enthält die übermäßige 4, die Lydisch sein Schweben gibt. |
| Mixolydisch | I – ♭VII | Ein Dur-Akkord auf der kleinen 7 ist in Ionisch unmöglich — sobald er klingt, ist das Ohr in Mixolydisch. |
| Äolisch | i – ♭VII – ♭VI | Natürliches Moll mit fallender Bass-Bewegung — das klassische „dunkle Rock-Moll". |
| Lokrisch (Powerchord) | i5 – ♭II5 | Die Powerchord-Variante ignoriert die fragile verminderte Quinte und legt den Fokus auf den Halbton zwischen Grundton und ♭II — der „böse Halbtonschritt" des Death Metal. |
| Lokrisch (mit Tritonus) | i5 – ♭II5 – i5 – ♭V5 | Die verminderte Quinte wird bewusst mitgespielt und verstärkt die Instabilität — der „zerfallende" Klang. |
| Lokrisch (progressiv) | im7♭5 – ♭II | Der halbverminderte Lokrisch-Akkord steht vollständig, gefolgt vom Dur-♭II — düster-modern, jazzig-metallisch. |
Die ersten fünf Zeilen tragen die meisten modalen Passagen in Pop, Rock, Folk und Jazz. Die drei Lokrisch-Zeilen stehen separat, weil Lokrisch eine eigene Welt ist — siehe Exkurs unten.
Lokrisch hat einen Sonderstatus unter den Kirchentonleitern. Sein Grundakkord ist halbvermindert (im7♭5) — er klingt offen, zerrissen, böse, als ob gleich etwas anderes übernehmen müsste. Für klassische Pop- oder Jazzharmonik ist er unbrauchbar, weil er keinen tragfähigen Ruhepunkt bildet. Im Metal wird genau diese Fragilität zur Gestaltungsabsicht:
Der Standard-Trick: Der Grundakkord wird als Powerchord gespielt (nur Grundton und Quinte, genauer Grundton und übermäßige Quarte beim i5 in Lokrisch — in der Praxis wird oft die Quinte einfach chromatisch beibehalten). Die fragile verminderte Quinte entfällt damit aus dem Akkord. Dafür rückt der Halbton zwischen Grundton und kleiner Sekunde ins Zentrum — das ist der „böse Halbtonschritt", der den Death-Metal-Sound prägt. I slay 😉!
Ein typisches Riff in E-Lokrisch — gespielt auf der tiefen E-Saite — sieht so aus (besser, böser noch: Drop D):
E-Saite: E5 (offen) → F5 (1. Bund) → E5 (offen) → G♯5 (4. Bund) Ton: E F E G♯ (chromatisch)Der Sprung zum G♯5 am Schluss verlässt für einen Moment die reine Lokrisch-Skala — und genau das ist der Punkt. Die Instabilität wird nicht aufgelöst, sie wird weitergetrieben. Das ist der Grund, warum Lokrisch im Metal nicht als „Dissonanz, die sich auflöst" verstanden wird, sondern als Dauerzustand.
Die dritte Variante aus der Tabelle — im7♭5 – ♭II — ist die erwachsene, technische Version. Hier wird der halbverminderte Akkord vollständig ausgeschrieben und nicht zum Powerchord reduziert. Das klingt weniger „roh" und mehr „modern-progressiv" — typisch für technischen Metal und Jazz-Metal-Grenzbereiche.
Sieben Töne einer Durtonleiter, sieben Modi — je nachdem, welchen Ton du als Grundton betrachtest. Das ist der praktischste Improvisations-Trick der Modalwelt: Du brauchst für sieben Modi nur einen Tonvorrat im Kopf.
Was sich ändert, ist nicht die Skala, sondern der Bezugspunkt — meistens der Bass oder der aktuelle Akkord der Begleitung. Spielst du C-Dur und die Band hält einen D-Moll-Akkord, klingst du nach D-Dorisch. Also erst einmal auswendig lernen?
| Begleit-Grundton | Resultierender Modus | Klangwelt |
|---|---|---|
| C | C-Ionisch | klassisches Dur |
| D | D-Dorisch | helles, leicht schwebendes Moll |
| E | E-Phrygisch | spanisch, dunkel |
| F | F-Lydisch | schwebend, traumartig |
| G | G-Mixolydisch | bluesig, rockig |
| A | A-Äolisch | natürliches Moll |
| B | B-Lokrisch | instabil, zerrissen |
Das, was du als Improvisierender ändern musst, ist die innere Orientierung: Wo ist mein Zuhause? Liegt der Bass auf D, ist D dein Zuhause — du betonst, hältst und steuerst dorthin. Liegt der Bass auf G, klingt dieselbe C-Dur plötzlich nach G-Mixolydisch.
Die Bezugspunkt-Perspektive ist das Gegenstück zum Transfer-Prinzip. Dort: Du willst einen Modus, also baust du eine neue Skala (analytisch, vor allem von innovativen Rock-Gitarristen oder im „Jazz"). Hier: Du bleibst in deiner Dur-Skala und lässt den Akkord entscheiden, welcher Modus klingt (intuitiv, „Global", allgemeiner verwendet). Beide Wege führen zum gleichen Ergebnis — erfahrene Improvisierende wechseln je nach Situation die Perspektive. Merke Dir „Global" und „Jazz", sie werden Dir noch begegnen, wenn Du bis zum ModusCycler dabei bleibst.
Hinweis: Diese Sicht funktioniert nur, solange die Begleitung im Tonvorrat einer Durtonleiter bleibt. Sobald ein Akkord einen Fremdton enthält (etwa D7 in C-Dur — das F♯ gehört nicht zu C-Dur), wird entweder moduliert (Wechsel in eine andere Tonart) oder chromatisch gespielt. Ab dort endet die einfache „ein Tonvorrat, sieben Modi"-Regel — und die eigentliche modale Harmonielehre beginnt.
Beim Improvisieren stellt sich die nächste Frage: Welche Skala spiele ich auf dem Griffbrett, wenn ich z. B. A-Äolisch will?
Die übliche Antwort: „Lerne sieben Modus-Skalen in fünf Lagen — also 35 Griffbilder." Das war der Punkt an dem ich leise Servus gesagt habe und meinen eigenen Weg fand. Denn es geht auch anders — mit derselben gedanklichen Verschiebung, die du in den Animationen oben schon gesehen hast.
Die Idee in einem Satz: Du musst keinen einzigen neuen Skalen-Fingersatz lernen. Du spielst weiterhin die normalen Dur-Skalen, die du kennst — nicht die Dur-Skala deines gewünschten Grundtons, sondern die einer verschobenen Tonart. Welche das ist, sagt dir die Halbton-Verschiebung deines Modus.
Doch vorher zum Verständnis: Bevor wir zu den Gitarren-Skalen kommen, noch ein Hinweis — ich bin kein großer Fan des CAGED-Systems. Klar, jeder lernt zuerst die offenen Akkorde, aber seriously: Wenn wir Modi lernen wollen, sind wir darüber hinaus. CAGED ist unlogisch und verwirrend. Ich schlage 3-Notes-per-String (3NPS) Positionen vor oder besser: das Kiltz Finger-String-System (nach der Systematik von Bernd Kiltz, einem der bekanntesten Musik-Didaktiker im deutschsprachigen Raum. Es besteht keine Verbindung zu / kein Endorsement von Bernd Kiltz). Wenn Du das Kiltz Finger-String-System kennenlernen willst, findest Du Infos im Kasten.
Die meisten Gitarrenschulen lehren die fünf Dur-Skalen-Positionen über CAGED — die Lagen bekommen Namen wie „die C-Form", „die A-Form" und so weiter, abgeleitet vom Akkord, der in dieser Lage offen gespielt wird. Das ist gewöhnungsbedürftig: Die A-Form heißt nicht, dass du A spielst, sondern dass die Form aussieht wie ein A-Akkord, der irgendwo hochgeschoben wurde. Wenn Du dann sogar die A-Form, die Du Dir gerade hochgeschoben hast, von einem anderen Ton aus spielen musst wegen Modus und so… Sorry, overload.
Kiltz ersetzt diese Akkord-Namen durch eine systematische Notation: 2E, 4A, 2A, 4E, 2D. Die Zahl ist der Finger, der den Grundton greift, der Buchstabe die Saite. 2E heißt: zweiter Finger auf der E-Saite. Damit weißt du sofort, wo dein Grundton liegt — ohne den Umweg über einen Akkordnamen, der eigentlich gar nichts mit dem aktuellen Grundton zu tun hat.
Bernd Kiltz erklärt es selbst — kurzer Überblick über das Finger-String-System direkt vom Erfinder:
(Hinweis: Bernd Kiltz freut sich über die Nennung seines Systems hier. Es besteht kein formales Endorsement und ich besitze keine Rechte an seinen Materialien oder seinem Namen. Ich bin einer seiner Schüler und von seinen Kursen überzeugt.)
Praktische Konsequenz des Kiltz Finger-String-Systems: Die Verschiebungen aus der Interim-Skala-Methode oben werden mit Kiltz sofort lesbar. Beispiel A-Äolisch: Du spielst C-Dur in einer beliebigen Kiltz Finger-String-Position und betonst A. Die Position sagt dir direkt, wo dein Finger 2 oder 4 sitzt — kein Umrechnen über Akkord-Shapes.
Hier geht es jetzt um Skalen. Bitte nimm Skalen ernst — sie sind kein lästiges Übel. Sie sind die Basis fürs Improvisieren und Komponieren. Und vergiss die Idee, Geschwindigkeit aufzubauen, ohne die Skalen komplett zu beherrschen. Ich empfehle den Kurs „Griffbrett-Grossmeister" von Bernd Kiltz, er hat mir geholfen, auf ein völlig anderes Level zu kommen.
Zur Übersicht über die Skalen kannst Du Dir sie hier ausdrucken. Das reicht für diejenigen, die sie bereits spielen können, aber Du kannst sie auch überall im Netz zusammensuchen.
eScalator Manual: Wähle einen Grundton. Das Griffbrettmuster der Dur-Skala in allen fünf Kiltz Finger-String-Positionen, die Finger-String-Bezeichnung und das Äquivalent im CAGED werden gemeinsam angezeigt. Die zwei zusätzlichen 3-NPS-Leihpositionen (3 Notes per String) erweitern den Bewegungsraum und schliessen die Lücken.
Du willst X-Modus spielen (X = Grundton, Modus = Dorisch, Phrygisch, …):
Das war's. X liegt automatisch auf der N-ten Stufe der Interim-Skala — die Animationen oben zeigen genau diese Halbton-Verschiebung.
Du willst A-Äolisch (klassisches Moll auf A):
Dieselbe C-Dur-Skala, die du hundertmal gespielt hast — nur diesmal von A aus gedacht. Die Halbtonschritte von C-Dur (E-F und B-C) liegen relativ zu A genau dort, wo Äolisch sie verlangt.
Diese sieben Werte kannst du dir merken oder am Griffbrett abzählen oder aus dem Halbton-Muster der Dur-Tonleiter (G·G·H·G·G·G·H) herleiten:
| Modus | Stufe | N (HT) | 12 − N | Beispiel auf Grundton A |
|---|---|---|---|---|
| Ionisch | I | 0 | 0 | A-Dur (gleiche Lage, klingt nach Dur) |
| Dorisch | II | 2 | 10 | G-Dur (2 HT unter A) — A ist 2. Ton |
| Phrygisch | III | 4 | 8 | F-Dur (4 HT unter A) — A ist 3. Ton |
| Lydisch | IV | 5 | 7 | E-Dur (5 HT unter A) — A ist 4. Ton |
| Mixolydisch | V | 7 | 5 | D-Dur (7 HT unter A) — A ist 5. Ton |
| Äolisch | VI | 9 | 3 | C-Dur (9 HT unter A oder 3 HT darüber) — A ist 6. Ton |
| Lokrisch | VII | 11 | 1 | B♭-Dur (11 HT unter A oder 1 HT darüber) — A ist 7. Ton |
Praktischer Tipp: Bei Stufen über 6 (Äolisch, Lokrisch) ist nach oben der bequemere Weg. Bei Stufen unter 6 (Dorisch bis Lydisch) lohnt sich nach unten. Bei Mixolydisch (N=7) sind beide gleich weit — nimm, was deiner Lage näher ist.
Klassische Modus-Lehrgänge präsentieren 35 Fingersätze: 7 Modi × 5 Lagen. Genau diese Pattern-Last lässt die meisten Lernenden frustriert aussteigen. Die Interim-Skala-Methode dreht das um:
Sobald das Prinzip sitzt, schlägst du die Verschiebungs-Werte nicht mehr nach — du erkennst sie aus der Dur-Tonleiter, die du eh kennst. Du verstehst die Modi und wendest sie richtig an. Der Modes Explorer kann Dir dabei assistieren, Du findest ihn (sehr bald) als Smartphone App beim Store Deines Vertrauens:
Wenn Dir das noch nicht genug ist — das kann ich gut verstehen. Denn jetzt wissen wir, was wir mit einzelnen Akkorden machen, um schöne Sounds zu erzeugen, die dem Fan die Ohren verdrehen. Aber was ist mit all denen, die komponieren wollen, die den Modus als logische Konsequenz und nicht nur als Effekt nutzen wollen, die Vamps lieben oder einfach besser als andere werden wollen?
Ich habe für Euch das entsprechende Werkzeug: den ModusCycler. Der ModusCycler eskaliert die Features des Mode Explorers: Er gibt Dir die Möglichkeit, Akkordfolgen zu erstellen, harmonisch zu verstehen, Leihakkorde zu probieren und so eine komplette harmonische Sequenz für einen Modus zu erstellen und zu den Akkorden zu üben. Entweder Du probierst einen Modus für die gesamte Akkordfolge („Global"-Selektor, der für die meisten Musiker wirklich genug ist) oder Du gehst eine Stufe höher und probierst, zu jedem Akkord in der Folge den Modus zu suchen, der Deinen Style prägt („Jazz"-Selektor). Alles akustisch mit echtem Klaviersound unterlegt und mit Skala-Sheet zum Ausdrucken. Darüber hinaus lernst Du Hintergründe zum Quintenzirkel, kannst mit der Modal-Interchange-Tabelle herumexperimentieren und jeden einzelnen Modus akustisch wirken lassen.
Hier kannst Du den ModusCycler ausprobieren.
Der ModusCycler ist ebenfalls als Smartphone-App verfügbar. Ich empfehle Dir, ihn hier auszuprobieren, bevor Du das Geld investierst. Es kann gut sein, dass Du gar nicht so viel lernen willst, dass Dir das bisher Gelernte bereits ausreicht und Du Dich damit zufrieden gibst, dass die meisten Gitarristen noch weniger können.
Direkt im Browser — keine Installation, keine Anmeldung. Funktioniert auf Desktop und Tablet, aber mit beschränkten Funktionen gegenüber der Smartphone-App.
Es sind noch zwei weitere Apps in Vorbereitung: ein Kurs, um Euch beim Üben zu unterstützen — wir sind noch am Aussuchen schöner Übungen für die App. Außerdem arbeiten wir an einer App, die Euch beim Komponieren helfen wird, mit Modi Farbe in die Akustik zu bekommen. Stay tuned!
Die Theorie hinter ModusCycler und Modes Explorer baut auf drei Standardwerken auf, die ich Dir aus tiefster Überzeugung als Lektüre empfehle — sie haben meinen eigenen Zugang zu Modi und Improvisation geprägt:
Die direkte Quelle für das Finger-String-System. Kurze, übersichtliche Fingersätze innerhalb einer Oktave (Octaves) sind schnell erlern- und wieder abrufbar und werden mit den bekannten Standard- und 3-Notes-per-String-Fingersätzen (Shapes) verknüpft. Arpeggien, Skalen und Akkorde verschmelzen zu einer sinnvollen Einheit (Transitions). So wird die bewusste, melodische Improvisation für Dein Solospiel gefördert.
Webseite: garantiert-skalen-lernen.de
Das deutsche Standardwerk zur Jazz-Harmonielehre. Stellt eine enge Beziehung zwischen Theorie, Gehör und Instrument her.
Das internationale Standardwerk und bei vielen Musikprogrammen das offizielle Lehrbuch. Ein Klassiker der Jazz-Theorie mit einer breiten Palette von Konzepten — von melodischen Moll- und Ganzton-Skalen über Bebop- und verminderte Skalen bis zu Coltrane-Reharmonisationen. Levines Stärke ist sein solides Verständnis modaler Improvisation und sein umfangreiches Wissen über die aufgenommene Jazz-Literatur.
Hinweis: Keine der genannten Personen oder Verlage sind Sponsoren oder Endorser von ModusCycler. Die Empfehlungen sind meine persönliche Auswahl als Schüler und Anwender dieser Werke. Meine Empfehlung: reinlesen und besser werden.
Modes Explorer und ModusCycler sind mathematisch relativ komplex geworden. Falls Dich das interessiert: Es stecken rund 30 Algorithmen in den Apps, um die fast 10 Millionen möglichen Kombinationen aus Akkorden, Modi und Skalen halbwegs in den Griff zu bekommen — pro Akkord allein über 24.000 Anzeige-Kombinationen. Über 1.600 Unit-Tests in 76 Test-Suites halten den Code zusammen.
Ich nutze in meinen Apps das Finger-String-System, das auf der Systematik von Bernd Kiltz beruht. Ich bin selbst einer seiner Schüler und von seinen Kursen überzeugt — insbesondere den Kurs „Griffbrett-Großmeister" kann ich aus eigener Erfahrung empfehlen, er hat mir geholfen, auf ein völlig anderes Spiel-Level zu kommen. Es besteht jedoch kein Endorsement von Bernd Kiltz zu mir und ich besitze keine Rechte an seinen Materialien oder seinem Namen. Die Verwendung des Systems erfolgt als Anwendung allgemeiner Didaktik-Prinzipien.
Alle Erklärungen, Beispiele und Empfehlungen auf dieser Website spiegeln meine persönliche musikalische Sicht und Erfahrung wider. Sie ersetzen weder Unterricht noch eine vollständige Musiktheorie-Ausbildung. Die zugrundeliegenden Werke (siehe Quellen) sind die fundierten Lehrbücher.
Falls irgendetwas hakt, nicht vollständig funktioniert oder Du Verbesserungsvorschläge hast — sag Bescheid. Ich versuche, es schnellstmöglich zu richten. Auf ein paar weitere Algorithmen kommt es nun wirklich nicht an.